Reisebericht Motorflug

Die pure Freude am Fliegen..

..ist das was wir heute erleben durften. Erstklassiges Wetter, phantastische Landschaften, blue skies und unsere Super Dimona flog uns wie am Schnürchen gezogen über viele, sehr viele Wälder und Seen hinweg. Unser Meteorologe Bernd musste uns heute leider verkünden, dass die norwegische Westküste durch ein Tief über dem Atlantik nicht fliegbar ist. Wir hatten ihm bereits gestern signalisiert, dass wir auch darauf vorbereitet sind, die Route zu ändern und den weiteren Weg nach Norden über Schweden und Finnland zu nehmen. Dies sollte denn auch aus meteorologischer Sicht unsere Destination sein. Genaues Kartenstudium, überprüfen der gültigen NOTAMS (Notice to Airmen) für Norwegen und Schweden und die Beurteilung der zu durchfliegenden Lufträume mit den vorhandenen Beschränkungsgebieten ließen folgenden Flugverlauf als sinnvoll erscheinen: Start in Kristiansand, Kurs auf die südnorwegische Schärenküste, dieser Richtung Osten über den Oslofjord zur Borderline nach Schweden folgen, von dort zum ersten Zwischen- und Tankstopp in Karlstad. Hier erfuhren wir aus dem schwedischen Luftfahrthandbuch (AIP) schon eine erste schwedische Besonderheit: Der Flughafentower war erst ab 12:00 Uhr UTC besetzt, der Flughafen konnte aber schon früher angeflogen werden. Auch die Facilities öffneten erst um 14:00 Uhr local. Unsere voraussichtliche Ankunftszeit in Karlstadt war mit 11:30 UTC berechnet. Das passte sehr gut und das erste Ziel des Tages war damit fixiert. Also Flugvorbereitung fertig stellen, Flugplan erstellen und aufgeben, getankt hatten wir bereits am Abend vorher, alles im Flieger verpacken und schon waren wir „Cleared for departure“ auf der 04. Wieder lag die faszinierende norwegische Küstenlandschaft mit den vielen Inseln und Fjorden unter uns und das bei einer Flugsicht die man sich nicht besser wünschen kann. Über Arendal weiter an der Küste entlang erreichten wir den ersten tief ins Land eingeschnittenen Fjord bei Langesund. Von dort weiter bei den Flughafen von Sandefjord erreichten wir in FL55 (5500ft) mit dem Oslofjord wieder eine lange Strecke über offenes Meer. Ein doch immer wieder prickelndes Gefühl, eine lange Wasserstrecke zu überfliegen. Aber brav schnurrte der relativ neue Motor unserer Super Dimona mit erst ca. 100 Stunden Betriebszeit über den breiten Fjord zum Flughafen von Moss, wo unser Weg Richtung Osten abknickte um unser Ziel Karlstad anzufliegen. Schon hier bekamen wir einen ersten Eindruck von der unendlichen Weite der flachen schwedischen Landschaft mit den endlosen Wäldern und den unzähligen darin eingebetteten Seen. Nur vereinzelte Straßen und einzelne Forstwege waren erkennbar. In dieser grünen Landschaft gab es hin und wieder braune Flecken. Marios Diagnose: Vom „Elchfraß“ befallen! Ungläubiges Staunen bei Günter, der dann aber nach kurzem Nachdenken total abgeklärt mit seiner Interpretation „Holzwirtschaft“ widersprach. Auch diese Landschaft ist denkbar ungeeignet für eine Notlandung. Nur sehr selten gibt es einzelne Häusergruppen mit einer kleine Freifläche. Weiter ist man hier sehr dankbar für das elektronische Equipment des Fliegers, denn die terristische Navigation ist doch sehr schwierig wegen der fehlenden klaren Geländemerkmale, die zur Orientierung so wichtig sind. Der Anflug auf Karlstad erwies sich bei einer Pistenlänge von über 2000 Metern trotz fehlendem Controller als völlig problemlos. Pünktlich um 14:00 Uhr wurden die Flughafengebäude geöffnet und es erschien der Tankwart, und wir konnten unsere Tanks wieder für den nächsten Leg auffüllen. Weitere Flugvorbereitung zum nächsten Ziel wurde erforderlich. Das Studium der NOTAMS ergab, dass viele Flugplätze und Flughäfen am Samstag nicht geöffnet haben und/oder es keine Möglichkeit zum Tanken gibt. Auch unser ins Auge gefasster Zielpunkt Sundsvall hatte heute noch offen und es gab Treibstoff; aber der Flughafen war am Samstag auch geschlossen und öffnete Sonntag erst um 12:30 UTC. Mangels Alternativen buchten wir online dort ein Hotel und gaben den Flugplan auf. Hinzu kam die Prognose unseres Meteorologen Bernd, dass wir Samstag wahrscheinlich wegen einer Kaltfront erst am späten Nachmittag würden fliegen können. Zwischenzeitlich hatte auch einer der beiden Linienflüge des Tages in Karlstad (eine Boeing 757 aus Mallorca) aufgesetzt. Jetzt waren uns auch die für uns etwas sonderbaren Öffnungszeiten klar: der erst 2 Jahre alte Flughafen wird dann geöffnet, wenn Linienflüge angesagt sind. Der Weiterflug nach Sundsvall führte uns wieder ausschließlich über die weiten Wald- und Seenflächen. Bei der klaren Luft ein wahrer optischer Genuss. Allerdings trauerte Günter doch etwas: Cumuluswolken mit 2500 m Basis, Bedeckung von 4/8, homogene Wolkenverteilung, traumhafte Wolkenstraßen bis zum Horizont, Steigwerte > 3m/sec. Ein Super-Segelflug-Tag, viel zu schade, um mit Motor darunter herzufliegen und diese tollen Segelflugbedingungen nicht zu nutzen. Ein wunderschönes Hotel in einem historischen Gebäude, vor kurzem vollständig modernisiert, eine heiße Dusche und ein leckeres Buffet waren der Abschluss eines Tages mit vielen schönen Eindrücken und Erlebnissen. Fotos sind auch über den Link „Fotos“ im Netz http://www.gcmap.com/mapui?P=EDKB-EDXF-ENCN-ESOK

4.6.11 00:05

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