Reisebericht Motorflug

11. Juni: „Safety-Landing“ in Kalundborg, Dänemark

Nach wie vor liegt das breite Tiefdruckwolkenband auf unserm Kurs nach Süden, etwa 50 NM südlich von Stockholm. Bernd, unser Wetterfrosch und erfahrener Meteorologe, war bei unserem morgendlichen telefonischen Wetterbriefing um 8:15 Uhr zuversichtlich, dass wir mit viel Geschick, Können und einem längeren Flug unter 2.000 ft. diese Barriere auf dem Weg nach Hause überwinden würden. Aber es wäre aus dem Süden eine Kaltfront mit hoher Labilität und Gewitteraktivität Richtung Norden unterwegs, die uns möglicherweise den Weiterflug zum Tagesziel Flensburg vereiteln könnte. Wir vertrauten auch heute seiner Prognose und planten den Flug von Bromma nach Ängelholm ESTA zum ersten Tankstopp und dann weiter an Kopenhagen vorbei durch die dänische Südsee, über den großen Belt, weiter nach Flensburg EDFX. Marios Freunde brachten uns nach Flugplatz Bromma, wo wir das am Vorabend betankte Flugzeug reisefertig machten und nach Flugplan um 11:30 Uhr Ortszeit (0930 UTC) wieder von der RWY 12 abhoben. In 1500 ft. wurden wir über das Zentrum Stockholms und die vielen Seen in Richtung Süden zum Ausflug-Waypoint geführt, bis wir die Clearance zum Climb to FL 45 bekamen. Rasch erreichten wir wieder die typische schwedische Wald- und Seenlandschaft bis sich nach ca. 1 Stunde Flugzeit vor uns eine riesige Wolkenwand aufbaute. Beruhigend war, dass sich in unserer Kursrichtung keine Cumulonimben entwickelten. Aber absteigen aus der inzwischen eingenommenen komfortablen Höhe von 6500 ft. wurde erforderlich. Und immer tiefer sank die Wolkenbasis und damit auch unsere Flughöhe, bis wir in ca. 1500 ft. sicher und frei von Wolken flogen. Einige kleiner Regenschauer begleiteten uns, was aber bei ständiger guter Sicht kein Problem darstellte. Nach einer Flugstunde in dieser doch recht niedrigen Höhe, die aber wegen dem flachen Gelände und Hindernissen bis zu einer maximalen Höhe von 600 ft. kein Problem darstellten, erreichten wir wieder die Sonne und blauen Himmel. Einen kräftigen Regenschauer gab es sozusagen als Abschiedsgruß des Tiefdruckbandes. Der weitere Flug nach Ängelholm war dann ein Genuss. Tanken, Flugplan aktivieren und schon waren wir wieder in der Luft über die Ostsee Richtung Kopenhagen. Vor uns sahen wir aber bereits erste Überentwicklungen und Gewittertürme stehen einhergehend mit absinkender Wolkenuntergrenze. Vor dem Überflug über den großen Belt entschieden wir uns dann wegen der immer bedrohlichen Wetterentwicklung auf Kurs unser Routing abzubrechen und auf dem kleinen dänischen Verkehrslandplatz Kalundborg mit zwei Segelflugvereinen und immerhin 25 Segelflugzeugen am Platz zu landen. Herzliche Begrüßung und Hilfe – wie unter Segelfliegern weltweit üblich – halfen uns weiter. Die mehrmalige Wetterbeurteilung im Internet, eine telefonischen Beratung durch Bernd und die Beobachtung der weiteren Wetterentwicklung vor Ort ließen dann keine Alternative mehr zu: Flieger für die Nacht verzurren, Hotel suchen und buchen, Taxi bestellen und zum Abendessen fahren. Unsere Spur bis heute (leider kriegen wir das nicht besser mit dem Link hin, sorry) http://www.gcmap.com/mapui?P=EDKB-EDXF-EKTS-ENCN-ENRY-ESOK-ESNO-ESNU-ESPA-ESNG-ENAT-ENHF-ENHV-ENNA-ESNG-ENEV-ENSH-ENBO-ENBN-ESNK-ESSB-ESTA-EKKL&PM=b%3Asquare5%3Ablack%2B%22%25i%25+%28N%2210r%3Ablack%2F%3Awhite&MS=wls&MP=r&PC=red&PW=3&RC=navy&DU=nm&SG=90&SU=kts

11.6.11 23:32

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